Wie alles begann.

Spannung, Freundlichkeit und Freu(n)de

Holprige Straßen, tiefgrüne Vegetation und Menschengetümmel am Straßenrand. Bereits die ersten Eindrücke nach unserer Ankunft in Uganda hinterließen nachhaltigen Eindruck. Vorbei ging es an der Hauptstadt Kampala, den zahlreichen Plantagen und Feldern bis nach Kiwoko, einer 400-Seelengemeinde im Zentrum des Landes. Dort also wollten wir die nächsten Wochen verbringen, um ein Praktikum in der ortsansässigen Schule und dem Krankenhaus zu absolvieren. Bereits bei der Ankunft in Kiwoko wurden wir mit unglaublicher Gastfreundschaft empfangen. Am Folgetag begannen wir mit unserer Arbeit im Krankenhaus und in der Schule. Wann immer wir in den nächsten Wochen dort oder in der Stadt unterwegs waren umgaben uns Menschen, deren Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft uns faszinierten und unsere Herzen für diesen besonderen Ort öffneten. Schnell wurden wir in die Gemeinschaft integriert.  Aus Fremden wurden Freunde. 

 

Was fehlt ist Bildung 

Bei der Arbeit in der Schule und im Krankenhaus zeigten sich jedoch auch die Schattenseiten des Lebens in Uganda. In der Schule fand sich eine mangelhafte Ausstattung, selbst einen Strom- oder Wasseranschluss suchte man vergebens. Viele Eltern konnten es sich nicht leisten ihre Kinder in die Schule zu schicken. Zum einen, weil das Geld für die Schulgebühren fehlte, zum anderen aber auch, weil sie auf die Mithilfe des Nachwuchses bei der Feldarbeit oder im Verkauf und Transport von Waren angewiesen waren. Es war daher nicht verwunderlich, dass kaum ein Kind einen höheren Schulabschluss schaffte, geschweige denn ein Studium an einer Universität beginnen konnte. Wenn die Finanzierung der nächsten Mahlzeit nicht gesichert ist bleibt dementsprechend auch kein Geld für die Ausbildung der eigenen Kinder.

 

Knochenbruch? Nach 6 Wochen ist wieder alles okay – so nicht in Uganda

Auch im Krankenhaus waren die Missstände offenkundig. Ob die Latrine vor dem Krankenhaus oder überfüllte Bettenstationen, die Liste könnte beliebig erweitert werden. Von Medikamenten über OP-Besteck oder Hygieneartikel – es mangelte an allen Ecken und Enden. Zwar wird das Krankenhaus bereits durch eine andere Stiftung unterstützt, die Mittel reichen jedoch bei Weitem nicht aus um Patienten ausreichend behandeln zu können. Besonders die Arbeit auf der Kinderstation stimmte uns nachdenklich. Krankheiten wie Masern, Wundstarrkrampf oder Tollwut bedeuten hier das sichere Lebensende. Selbst eine verschluckte Erdnuss kann in Uganda ein Todesurteil sein. Diese Erfahrungen prägten uns.


So können wir nicht weitermachen

Nach sechs Wochen endete unser Praktikum und gleichzeitig begann die Idee den Menschen helfen zu wollen. Zunächst übernahmen wir die Schulpatenschaft für zwei Kinder. Nach unserer Rückkehr nach Deutschland beschlossen wir dann jedoch, uns nachhaltig und langfristig einbringen zu wollen, um die medizinische und schulische Versorgung vor Ort zu verbessern und die Missstände zu beseitigen. Außerdem setzten wir uns zum Ziel, Studenten und Fachkräften die Möglichkeit des Austausches zu geben, um den Menschen in Kiwoko unter die Arme zu greifen, aber auch um voneinander zu lernen und neue Kontakte knüpfen zu können. Wir gründeten alsbald den Verein Hilfe für Kiwoko und verfolgen seitdem in enger Zusammenarbeit mit den Menschen in Kiwoko diese Ziele.